THEMA. China ist im Umbruch. Als aufstrebende Wirtschaftsmacht, die in der Weltwirtschaft im Laufe der nchsten 30 Jahren eine vergleichbare Stellung wie die USA innehaben wird und den asiatischen Markt bereits jetzt dominiert, ist China bestrebt, seine Modernisierung im Eiltempo voranzutreiben. Ein einst von Agrikultur geprgtes Land wird innerhalb von 150 Jahren zu einer fhrenden Industrienation. Diese Umwlzung des gesellschaftlichen Gefges bringt fr die Bevlkerung und die Landschaft starke Vernderungen mit sich. Sie hinterlsst Spuren und ndert das Erscheinungsbild Chinas und seiner Architektur.

Auf meiner Reise interessierten mich deshalb folgende Fragen: Wie zeigt sich eine solch drastische Modernisierung? Welche stdtebaulichen Strategien werden angewendet in einem Land, das eigentlich nicht an Landknappheit leidet. Welche Auswirkungen hat dies auf die Landschaft. Welche Folgen zeigen sich in der Architektur?

Suchen muss man die Auswirkungen nicht. Sie sind omniprsent und begleiteten die Reise in unterschiedlichen Ausprgungen. Sie zeugen von einem fremden Verstndnis, einer anderen stdtebaulichen Herangehensweise als wir sie in der westlichen Welt gewohnt sind. Die Radikalitt, mit der die spezifischen stdtebauliche Strategien umgesetzt werden, macht wesentliche Mentalittsunterschiede zwischen China und dem Westen deutlich. Diese Unterschiede sind Grundvoraussetzungen fr die aktuellen Stadtentwicklungen, in dem sie Faktoren akzeptieren oder umschreiben, die die Modernisierungen erst mglich machen: Tabula rasa>, Dichte>, Druck>, Wille>.

Diese Faktoren sollen in den folgenden Kapitel beschrieben werden. Sie umfassen die Phnomene, die meinen Blick auf sich gezogen oder deren Geschichte mich besonders fasziniert haben.


