NEW TOWNS. 1972 wurde das Wohnbauprogramm Hongkongs> um eine weiteres ehrgeiziges Ziel ergnzt: 3.6Mio Menschen sollen in 9 neuen Stdten, den 'New Towns', mit Wohnraum versorgt werden. Diese Planstdte sollen sich zu 'ausgewogenen', 'selbstndigen' Stdten entwickeln, die ihre eigenen Identitt entwickeln. Deshalb mssen nicht nur Wohnraum sondern auch Gemeinschafts- und Dienstleistungeinrichtungen, sowie eine adquate Infrastruktur, ein effizientes Transportsystem und Arbeitsmglichkeiten vorhanden sein.

Eine dieser New Towns ist Shatin>. Sie wurde als eine der ersten neuen Stdte geplant und entwickelte sich von einer lndlichen Siedlung mit 30'000 Einwohner zu einer Satellitenstadt mit ca. 600'000 Bewohnern. Auf Grund der Nhe zum Metro Area hat sich Shatin> eher zu einer Schlafstadt entwickelt, obwohl einige funktionierende Industriegebiete vorhanden sind.

Die Housing Authority errichtete seit 1972 15 Siedlungen unter Verwendung aller bisher entwickelten Hochhaustypen. In gesamthaft 111 Wohnblcken sind 51'200 Wohnungen vorhanden. Im Schnitt leben also 460 Familien im gleichen Gebude. Die Wohnungsgrssen sind wie berall in Sdchina klein  von 10m2 bis maximal 70m2. Dies ergibt eine Dichte>, die anderen Ortes zu massiven sozialen Spannungen fhren wrde.

Shatin wirkt allerdings eher verschlafen, ruhig, leer. Pulsierendes, identittsstiftendes Stadtleben sucht man hier vergeblich. Die gesamte Stadtanlage wirkt wie ein gebautes Modell der Strahlenden Stadt' von Le Corbusier. Alle Elemente sind vorhanden: die Achsen, die Trennung von Fussgnger und Verkehr, die Wohnhochhuser mit Park(plateau)s, die Sportanlagen inkl. Pferderennbahn, ... Es ist kaum vorstellbar, dass die Stdtebauvisionen der Architekturmoderne hier nicht Vorbild war. Die Stadt als Maschine scheint im Pearl River Delta ihren Platz gefunden zu haben.

