WOHNUNGSNOT. Die stdtebauliche Form, die beeindruckende Dichte>, von Hongkong lsst sich erklren, wenn man die Bevlkerung in Zahlen, ihre Wohnsituation und die Massnahmen, die die dafr zustndige Behrde ergriffen hat, betrachtet.

1841 wurde die britische Kolonie Hongkong> etabliert. Als englischer Freihafen war das Hoheitsgebiet mit 79qkm zunchst sehr beschrnkt. 1898 wurden zwar 933qkm neues Land, die 'Neuen Territorien', auf dem Festland fr 99 Jahre gepachtet. Ausser Kowloon wiesen diese Gebiete aber zunchst keine relevanten Siedlung auf. Die Stadt war hingegen immer wieder Zufluchtsort fr Flchtlinge von Chinas Festland. 

Im 20. Jahrhundert fhrten mehrere Flchtlingswellen zu einer Wohnungnot ungekannten Ausmasses: Eine Flchtlingswelle traf Hongkong> 1937, nachdem Japan China den Krieg erklrte. Zu den 1Mio Bewohner, die sich in der Kolonie drngten, liessen sich 750'000 Flchtlinge an der Peripherie und auf den Dchern der damals 4-geschossichen Huser nieder. Whrend der japanischen Okkupation von 1941-45 reduzierte sich die Bevlkerung kurzfristig massiv auf lediglich 600'000, stieg aber bis 1947 sogleich wieder auf 1.8Mio an. Eine weitere Flchtlingswelle als Folge der Grndung der Volksrepublik China 1949 verschlechterte die Situation zustzlich. 1950 lag die Bewohnerzahl bei 2.3Mio. 

Dies fhrte zu dramatischen Zustnden  die Menschen lebten auf der Strasse, in grossen verslumten Siedlungen am Stadtrand, auf Hausdchern und auf Booten in der Bucht. Der Wohnungsbau war zu dieser Zeit zu den grssten Teilen der Privatwirtschaft berlassen, die dieser Aufgabe jedoch in keiner Weise gewachsen war. 1951 wurde die Hong Kong Housing Society gegrndet, die als unabhngige, mit Spenden finanzierte Organisation mit Untersttzung des Staates Wohnraum fr Familien mit mittlerem Einkommen schaffen sollte. Die Bevlkerung mit niedrigen Einkommen blieben davon jedoch ausgeschlossen.

Die Wohnungsnot spitzte sich an Weihnachten 1953  zu, als die Slumsiedlung Shek Kip Mei in Kowloon abbrannte und ber Nacht mehr als 50'000 Bewohner obdachlos wurden. Die Stadt sah sich dadurch gezwungen, sofort ein Notprogramm zu starten und mit einem staatlich untersttzen Wohnbauprogramm die Umsiedlungsprojekte voranzutreiben. Innerhalb von 2 Jahren wurden die ersten 6-geschossigen Wohnbauten erstellt, in denen 120'000 Personen mit rudimentrem Wohnraum versorgt wurden.

1954 wurde die Hong Kong Housing Authority gegrndet und diese begann, bis 1973 als halb-unabhngige Behrde, unverzglich mit ihrem ehrgeizigen Programm, endlich eine Lsung fr die Wohnungnot zu finden.